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Presse-Grosso

Der Pressegroßhandel bezieht seine Ware von Verlagen und liefert diese an den Einzelhandel. 73 Presse-Grossisten versorgen in Deutschland täglich mehr als 120.000 Presseverkaufsstellen. Presse-Grossisten handeln mit einem Sortiment von über 4.000 Titeln, das an einzelnen international geprägten Standorten bis zu 6.000 Titel umfassen kann.

Das Presse-Grosso stellt mit einem Marktanteil von rund 54 % einen dominierenden Vertriebskanal dar.

Das Presse-Grosso, als Bindeglied zwischen Verlagen und Lesern, zeichnet sich durch mehrere Charakteristika aus:

  • Alleinauslieferung: Die Verlage haben die Vertriebsrechte ihrer Objekte jeweils für ein bestimmtes, von ihnen festgelegtes Territorium in der Regel einem Grossounternehmen in Alleinauslieferung übertragen.

  • Neutralität: Das Presse-Grosso muß sowohl alle Verlage als auch alle durch ihn belieferten Einzelhändler prinzipiell gleichbehandeln. Es stellt den freien Marktzutritt aller Anbieter sicher und sorgt für die Überallerhältlichkeit der Ware.

  • Remissionsrecht / Dispositionsrecht: Als primärer Träger des Absatzrisikos kommt den Verlagen das originäre Dispositionsrecht zu. Mit der Übertragung der Vertriebsrechte auf den Grossisten entsteht für diesen ein abgeleitetes Dispositionsrecht gegenüber dem Einzelhandel. Korrespondierend damit geht das Rückgaberecht unverkaufter Exemplare gegen Verlagsgutschrift zum Einkaufspreis für beide Handelsstufen einher. Es bewirkt eine ausreichende Bevorratung über verkaufssichere Mengen hinaus, so dass keine Unterversorgung der Bevölkerung mit Informationen entsteht.

  • Preisbindung: Die preisbindenden Verlage legen sowohl die Abgabepreise vom Groß- und Einzelhandel fest, als auch die Endverkaufspreise zwischen Einzelhandel und Konsumenten. Preisspekulationen sind mit Hilfe der Preisbindung für Presseprodukte nicht möglich.

  • Gebiets- und Verwendungsbindung: Der Presse-Grosso darf nur innerhalb der ihm vom Verlag vorgegebenen Grenzen an Einzelhändler vertreiben. Diese wiederum sind ihrerseits gebietsbezogen tätig und müssen die bundesweit vorgegebenen Erstverkaufstage der Pressseprodukte gegenüber den Endverbrauchern einhalten.